Blutuntersuchungen

Zu Pflichtuntersuchungen gehören Untersuchungen auf Blutgruppe/ Rhesusfaktor, Antikörper-Suchtest, Rötel-HAH-Test, Chlamydien-Test, LSR = Lues-Such-Reaktion, und HBs-Antigen_Tes.

Blutgruppe/Rhesusfaktor

Hier wird Ihre Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und der Rhesusfaktor (Rh positiv oder Rh negativ) eingetragen. Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind kann vorkommen, wenn eine Rh-negative Frau ein Kind von einem Rh-positiven Mann bekommt. Das Kind wird vermutlich auch Rh-positives Blut haben, das spätestens bei der Entbindung in direkten Kontakt mit dem mütterlichen Blut kommen kann. Eine einfache Spritze mit dem Anti-D-Serum (28. - 30. SSW) verhindert, dass das Blut der Mutter Antikörper bildet, welche das nächste Kind gefährden könnten.

Antikörper-Suchtest

Bei diesem Test wird untersucht, ob sich im mütterlichen Blut bereits die Antikörper gegen Blutgruppen- Anti- gene (Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind) gebildet haben, die dem Ungeborenen schaden könnten.

Rh-negative Mütter erhalten dann das Anti-D-Serum (auch: Anti-D-Prophylaxe). Dieser Test wird zum Ende der Schwangerschaft wiederholt.

Röteln-HAH-Test

Da eine Rötelinfektion während der Schwangerschaft schlimme Folgen für das Kind haben kann (z.B. Herzfehler, Blind- oder Taubheit, geistige Defekte), wird - falls der Verdacht auf eine Infektion oder auf einen Kontakt mit Röteln besteht - getestet, ob Sie immun sind bzw. Antikörper gegen den Röteln-Virus bereits in sich tragen. Diese können sich durch eine frühere Rötelimpfung oder -infektion gebildet haben. Der Schutzwert (Titer) sollte bei 1:16 oder höher liegen! Falls der Wert bei Ihnen unter 1:8 liegen sollte, wird Ihnen ein Röteln- Immunglobulin verabreicht.

Chlamydien-Test

Der Chlamydien-Test kann mit Hilfe einer Urinprobe durchgeführt werden, da die Erreger auch im Urin nachgewiesen werden können. Im Falle eines Nachweises von Chlamydien ist eine Therapie dringend erforderlich. Ohne Behandlung steigt sonst die Gefahr für eine Frühgeburt und dem Baby drohen Infektionen von Augen und Lunge.

LSR = Lues-Such-Reaktion

Dieser Test dient dem Ausschluss der meldepflichtigen, heutzutage jedoch sehr seltenen Geschlechtskrankheit Syphillis. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird im Mutterpass nur die Durchführung bestätigt, das Ergebnis jedoch nicht eingetragen. Bei einem positiven Befund wird eine Behandlung vorgenommen. Eine nicht therapierte Lues kann zu schweren Erkrankungen des Babys führen.

HBs-Antigen_Test

Die Untersuchung des mütterlichen Blutes auf den Erreger der infektiösen Leberentzündung (Hepatitis B) wird erst später (ca. 32. bis 40. Woche) vorgenommen. Da eine Therapie nicht möglich ist, wird das Baby einer betroffenen Mutter unmittelbar nach der Entbindung geimpft, um eine Infektion des Neugeborenen zu vermeiden.