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Kontrazeptions-
beratung
In der modernen Medizin gibt es mittlerweile
eine Vielzahl an Verhütungsmöglichkeiten:
Bei der Entscheidung auf eine individuell geeignete
Verhütungs- methode sollten Verträglichkeit, Zuverlässigkeit,
Lebensalter, Lebens- planung, Vorerkrankungen, geringes Nebenwirkungsspektrum,
Handhab- barkeit, Risikofaktoren (z.B. Rauchen), Lebensrhythmus
und vieles mehr berücksichtigt werden. Wir wählen mit
Ihnen zusammen eine für Sie optimale Methode aus, welche auf
Ihre individuelle Lebenssituation und Ihre medizinischen Besonderheiten
zuge- schnitten ist. |
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Pille zur
Schwanger- schaftsverhütung |
Die verschreibungspflichtigen Verhü- tungsmittel sind
für Patientinnen aller Kassen bis zum 20. Geburtstag
erstattungsfähig. Danach müssen die Patienten selbst
bezahlen. Die Pille gilt nach wie vor als sehr sicher und
ist die am häufigsten verwendete Methode zur Verhütung
einer Schwangerschaft. Aber sie ist auch ein Medikament und
kann deshalb nicht ganz bedenkenlos eingenommen werden.
Es gibt viele verschiedene Pillensorten (bis zu 70 Präparate).
Sie enthalten fast alle die beiden weiblichen Hormone Östrogen
und Gestagen. Die neueren Pillen enthalten teils niedrigere
Hormonmengen und andere Kombi- nationen als früher. Die
so genannten Mikropillen zeichnen sich durch besonders niedrige
Östrogenmengen aus. So sollen Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen
reduziert werden.
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Minipillen
enthalten als Pillenbestandteil nur ein Gestagen in einer
Dosierung, die niedriger ist als die, die man benötigt
um den Eisprung zu verhindern.
Die Minipille muss auf die Stunde genau eingenommen werden
und bietet selbst dann nicht den gleichen hohen Empfängnisschutz
wie die gewöhnliche Pille (Mikropille). Sie wird daher
vor allem Frauen verschrieben, die eine Mikropille nicht anwenden
können, weil z. B. Gegenanzeigen bestehen.
Besonders geeignet ist die Minipille für Frauen in der
Stillzeit, da die Milchmenge und die Milchzusammen- setzung
nicht beeinträchtigt werden und das Gestagen nur in sehr
geringen Mengen mit der Muttermilch auf den Säugling
übergeht. Im vertrauensvollen Rahmen werden Ihnen wir
nach Abwägung des Risikos und Abklärung mittels
Laboruntersuchungen sowie nach Risikobelehrung bei Ihnen eine
für Sie geeignete Pille, ggf. Minipille empfehlen. |
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Die Spirale
(IUP-Intra- uterinpessar) |
Die Spirale ist ein Verhütungsmittel für längere
Zeiträume. Zwischen drei und fünf Jahren schützt
sie vor ungewollten Schwangerschaften. Spiralen sind T- oder
hufeisenförmige Stücke aus Kunststoff, deren Mittelteil
mit Kupfer- draht umwickelt ist. Der Kupferdraht setzt in
geringen Mengen Kupfer-Ionen frei. Darauf beruht der empfängnis-
verhütende Effekt unter anderem.
Die Hormonspirale verbindet das Prinzip der Spirale mit der
Wirkungsweise der Pille (Gestagen-Depot). Sie wird in die
Gebärmutter eingesetzt und ist bis zu fünf Jahre
lang wirksam. Die Hormonspirale ist bei jungen Frauen, die
noch keine Kinder haben, nicht das Mittel der ersten Wahl.
Nach Pille und Kondom rangiert die Spirale nach Angabe der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA,
2003) auf Platz 3 der beliebtesten Verhütungsmittel.
Eine Spirale eignet sich am besten für Frauen, die bereits
Kinder haben. Bei Frauen, die noch nicht geboren haben, löst
sie häufig wehenartige Unterleibs- schmerzen aus.
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Der beste Zeitpunkt für das Einsetzen einer Spirale
ist das Ende der Menstruation oder die ersten Tage danach.
Sie lässt sich auch nach einem Schwangerschaftsabbruch
einsetzen. Nach einer Geburt sollten Sie sechs bis acht
Wochen warten. Verwendet wird eine spezielle Einführhülse,
mit der sie durch den Muttermund in die Gebärmutter
geschoben wird. Es dauert nur kurz, kann aber mit einem
leichten, wehenartigen Schmerz im Unterleib verbunden sein.
Am unteren Ende der Spirale befindet sich ein Faden, der
in die Scheide hineinreicht. Er wird kurz vor dem Muttermund
abgeschnitten, sodass Sie den richtigen Sitz der Spirale
noch selbst prüfen können. Während des Geschlechtsverkehrs
ist die Spirale normalerweise nicht zu spüren. Die
Kupferspirale setzt kontinuierlich Kupfer-Ionen frei. Dadurch
kommt es zu einer Reaktion an der Gebärmutter- schleimhaut
- ähnlich einer Entzün- dungsreaktion. Unter diesen
Bedingung werden Spermien daran gehindert, zur Eizelle zu
gelangen. Sollte es doch einmal zu einer Befruchtung kommen,
kann sich das befruchtete Ei nicht in die Gebärmutterschleimhaut
einnisten.
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Das Hormonimplantat
(Implanon) |
Das Hormonimplantat Implanon ist seit Mitte 2000 auf dem deutschen
Markt erhältlich. Es handelt sich um ein kleines Stäbchen,
das von speziell geschulten Frauenärztinnen / Frauenärzten
unter die Haut an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt
wird. Sodann werden geringe Mengen an Gestagen in den Körper
abgegeben. Auf diese Weise wird eine Schwangerschaft über
einen Zeitraum von drei Jahren sehr sicher verhindert. Zwischen
dem ersten und dem fünften Tag des Menstruationszyklus
wird das Hormonimplantat durch einen kleinen operativen Eingriff
eingepflanzt.
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Die Wirkung setzt sofort ein. Das freigesetzte Gestagen
hemmt den Eisprung. Es führt außerdem zu Veränderungen
der Schleimhaut von Gebärmutter und Gebärmutterhals.
Wie bei der Einnahme der Pille erfolgt die monatliche Blutung.
Das Implantat kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder
entfernt werden, wonach die Fruchtbarkeit meist innerhalb
einiger Wochen wieder hergestellt ist.
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Weitere Verhütungs-
methoden |
Sterilisation:
Die Sterilisation ist eine operative Methode mit dem Ziel
einer dauerhaften Unfruchtbarkeit. Weltweit ist die Sterilisation
der Frau die am häufigsten verwendete Methode der Verhütung.
Die Sterilisation des Mannes, Vasektomie genannt, wird erheblich
seltener durchgeführt, obwohl sie vom Eingriff her wesentlich
unkomplizierter und einfacher ist: Eine Sterilisation bietet
sich nur an, wenn die Familienplanung definitiv abgeschlossen
ist und ein bestimmtes Alter bzw. bestimmte Lebensziele erreicht
sind.
Die Dreimonatsspritze:
enthält das Hormon Gestagen und wird in den Gesäßmuskel
gespritzt. Die Injektion erfolgt in der Regel fünf Tage
nach Beginn der Menstruationsblutung. Sie wird alle 90 Tage
wiederholt, ohne Rücksicht auf eine Menstruations- oder
Zwischenblutung. Aufgrund der hohen Sicherheit kann das Präparat
aber auch mit zwei Wochen Verspätung gespritzt werden.
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Der
Vaginalring:
Seit Februar 2003 ist ein flexibler, transparenter Vaginalring
zur hormonellen Verhütung in Deutschland zugelassen.
Dieser biegsame Kunststoffring enthält eine niedrig dosierte
Östrogen / Gestagen- Kombination. Die Wirksamkeit des
Vaginalrings ist mit der Pille zu vergleichen. Die Hormone
verhindern die monatliche Freisetzung eines Eis aus den Eierstöcken.
Darüber hinaus verändern die Hormone die Schleimkonsistenz
im Gebärmutterhals, um ein Eindringen der Spermien zu
verhindern. Die Wirkstoffe gelangen über die Scheidenwände
direkt in die Blutbahn.
Das Verhütungspflaster:
Das hautfarbene Verhütungspflaster ist seit 2003 in Deutschland
zugelassen. Es wird wie ein normales Pflaster einfach auf
die Haut geklebt und wirkt als Östrogen / Gestagen-Kombination
ähnlich wie die Pille.
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