Ultraschallunter- suchungen

Bei einer Ultraschall-Untersuchung werden hochfrequente Schallwellen durch die Gebärmutter geschickt. Diese werden vom Baby reflektiert, und das zurückkehrende Echo wird von einem Computer in ein Bild übersetzt, das die Position und die Bewegungen des Babys anzeigt. Die Schallwellen, die von festem Gewebe wie zum Beispiel Knochen reflektiert werden, sind am größten und erscheinen weiß auf dem Bildschirm. Weiches Gewebe wird grau oder gefleckt dargestellt, während Flüssig- keiten wie das Fruchtwasser schwarz erscheinen, da sie kein Echo abgeben. Es ist dieser Kontrast zwischen den unterschiedlichen Weiß-, Grau- und Schwarztönen, der es Ihrem/r Arzt/Ärztin ermöglicht, die Bilder richtig zu interpretieren.

Ultraschalluntersuchungen werden allen schwangeren Frauen angeboten. Der erste Ultraschall zwischen der 9. und 12. Schwanger- schaftswoche (SSW) gibt dem Arzt/der Ärztin darüber Auskunft, ob sich der Embryo korrekt in der Gebärmutter eingenistet hat, also keine Bauchhöhlen- oder Eileiter- schwanger- schaft vorliegt und ob das kleine Herz schlägt. Der zweite zwischen der 19. und 22. Woche macht insbesondere Fehlbildungen des Ungeborenen sichtbar. Dadurch bekommen Sie ein sehr detailliertes Bild Ihres Babys zu sehen. Sie werden darauf Bewegungen erkennen, und wenn Sie wollen, wird man Ihnen wohl auch das Geschlecht Ihres Babys verraten können.

Es gibt jedoch auch Fehlbildungen, die durch Ultraschall überhaupt nicht oder nur schwer erkennbar sind. Schwer erkennbare Fehlbildungen werden - wenn überhaupt - oft nur durch eine spezielle Ultraschall-Feinuntersu- chung entdeckt, welche spezialisierte Frauen- ärzte am besten in der 20. bis 22. SSW durchführen.

Der letzte Ultraschall zwischen der 29. und 32. SSW zeigt die allgemeine Weiterentwicklung des Kindes. Bei Verdacht auf Fehlbildungen oder Störungen der fetalen Entwicklung können zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Da an diese Checks häufig hohe qualitative Anforderungen (an Gerät und Arzt) gestellt werden, können nicht alle Frauenärzte diese anbieten und müssen zu diesen Untersuchungen überweisen. Jedes Mal werden die Herzaktivität des Kindes, seine Lage in der Gebärmutter und - anhand der Wachstums- messungen - die zeitgerechte Entwick- lung des Ungeborenen kontrolliert. In den letzten Schwangerschaftswochen wird der Schwangeren eine Geburtsplanung angeboten.

Was passiert, wenn die Un- tersuchung Komplikationen andeutet?

Sie werden natürlich besorgt sein, falls die Untersuchung darauf hinweist, dass bei Ihrem Baby nicht alles in Ordnung zu sein scheint. Die Skala der Erkenntnisse reicht von kleinen Unregelmäßigkeiten bis hin zu schweren Komplikationen. Einige Krankheiten wie Spina bifida (offener Rücken) können via Ultraschall zuverlässig erkannt werden, Geburts- fehler wie das Down Syndrom können andeutungsweise erahnt werden.

Sollten Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, wird Ihnen die Durchführung weiterer Untersuchungen wie die Amniozentese oder die Chorionbiopsie nahe gelegt, um festzustellen, ob die Chromosomen Ihres Babys in Ordnung sind.

Falls Ihr Baby im ungünstigsten Fall tatsächlich ein schwerwiegendes Gesundheitsproblem hat, sollten Sie sich Zeit nehmen, um eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen. Zögern Sie nicht, auch Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eventuell wollen Sie die Schwangerschaft abbrechen, oder aber Sie möchten sich auf die Geburt eines Babys vorbereiten, das eine intensive Betreuung benötigt. In seltenen Fällen muss eine Operation am ungeborenen Baby durchgeführt werden. Falls Sie vor einer solch schweren Entscheidung stehen sollten, gibt es Organisationen, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ist Ultraschall unbedenklich?


Ultraschall wird während der Schwangerschaft immerhin seit fast 30 Jahren angewendet, ohne dass jemals Nebenwirkungen aufgetreten sind. Weder ein bestimmtes Geburtsgewicht noch Krankheiten wie Krebs, Erblindungen, Taubheit oder gar Legasthenie konnten jemals mit Ultraschall in Verbindung gebracht werden. Dennoch sind sich Experten einig, dass Ultraschall nicht ohne einen triftigen medizinischen Grund durchgeführt werden sollten. Außerdem sollte die Dosis so gering wie möglich gehalten, also gerade so lange geschallt werden, wie man für eine Diagnose benötigt.